Archiv für Februar 2011

Heraus zum 8. März, dem internationalen Frauenkampftag

“100 Jahre internationaler Frauenkampftag gegen Gewalt, Sexismus und Patriarchat” lautet das Motto der diesjährigen linken Aktivitäten zum 8. März, dem internationalen Frauenkampftag in Nürnberg. Linke und linksradikale Gruppen und Frauenprojekte und -vereine rufen zu Aktionen am 08. März und zu einer Demonstration am 12. März 2011 auf.

08.03. | ab 14h | Frauenkampftag mit Aktionen in der Nürnberger Innenstadt
12.03. | 14 Uhr | Kämpferische Demo zum Frauenkampftag | Aufsessplatz, Nbg

Weitere Infos unter: FrauenkampftagNbg.blogsport.de

No han Pasado – Pasábamos! Sie sind nicht durchgekommen – wir kamen durch!

In Dresden wurde zum zweiten Mal in Folge von AntifaschistInnen verschiedenster Spektren der europaweit größte Naziaufmarsch verhindert. Möglich wurde dies durch die spektrenübergreifende Zusammenarbeit und breite gesellschaftliche Mobilisierung. Berichte über Blockaden und Aktionen, über Polizeigewalt und über das Scheitern der Nazis finden sich zuhauf im Netz. Auch aus Nürnberg gab es dieses Mal von der rL als Teil von NoPasaran in Zusammenarbeit mit VerDi eine große Mobilisierung nach Dresden. Die Resonanz war überwältigend: In acht Bussen machten sich Antifas und GewerkschafterInnen auf den Weg, gemeinsam zu blockieren.

Wie kam es zu dem Erfolg, dass 20.000 Menschen mittels Massenblockaden, Barrikaden und militanten Aktionen den Großaufmarsch der Nazis (seien wir optimistisch:) Geschichte werden ließen?
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Zum einen wurde nicht nur aufgerufen nach Dresden kommen, sondern alle 250 Busse, die in Konvois anreisten, handelten koordiniert. Dadurch war es möglich, die Strategie der Polizei, Nazis und Linke räumlich zu trennen, zur Farce werden zu lassen: Traf ein Konvoi auf eine Bullensperre, wurden die Busse verlassen und zu Fuß das Aufmarschgebiet der Nazis angesteuert. Möglich war durch die Koordinierung, dass die Leute nahezu zeitgleich und von allen Seiten im Innenstadtbereich eintrafen. Der Südkonvoi hatte es letztlich bis auf 400m vor die geplante Naziroute geschafft. Mehrere Polizeisperren wurden dabei durchbrochen. Insgesamt war es nicht eine zentrale Blockade, sondern vielmehr war eine fette Masse an Antifanten Breit am geplanten Aufmarsch, sowie viele Barrikaden, die das Gebiet zur No-No Area für die Faschos werden ließ. Auch wenn das vielleicht manchen auf der Straße gar nicht so bewusst war: jeder war richtig sauer auf Nazis Die Polizei hatte keine Möglichkeit die Nazis laufen zu lassen.

Der Erfolg einer solchen Mobilisierung lag in der Herstellung eines Aktionskonsenses. Dieser hatte drei Bestandteile: Die feste Entschlossenheit zu blockieren und dabei auch Gesetze zu brechen, die sich auf der Straße beim Durchbrechen der Polizeisperren zeigte; die Absprache, dass von den Massenblockaden keine Eskalation ausgehen wird. Und die Klausel, dass Solidarität mit allen Aktionsformen geübt wird, die das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern. In der Wechselwirkung war es möglich, dass verschiedene Aktionsformen – räumlich getrennt – sich gegenseitig ergänzen. Es muss allen Beteiligten klar sein, dass nur das Zusammenspiel der verschiedenen Aktionen den Erfolg möglich machte. Keine Überforderung der Polizei ohne die militanten Kleingruppen. Keine Handlungspielräume für BarrikadenbauerInnen ohne die Polizeikräfte bindenden Blockaden. Keine Massenblockaden ohne eine breite, transparente Mobilisierung und die Herstellung politischen Drucks. Keine komplette Blockade eines Aufmarschgebiets ohne die Organisierung und Koordinierung der Aktion.
Doch der Erfolg sollte nicht nur auf der Straße gesehen werden. No Pasaran ist ebenso angetreten, um den Opfermythos in Dresden anzugreifen, in dessen politischem Klima der Aufmarsch der Faschisten gedeihen konnte. Dem Extremismusdiskurs, mit dem Linke und Rechte gleichgesetzt werden, sollte eine Abfuhr erteilt werden. Und tatsächlich: Durch die Mobilisierung der letzten zwei Jahre und die immense Arbeit vor Ort konnte auch in diesen beiden Themen Erfolge erzielt werden. In Dresden hat eine positive Verschiebung sowohl im linksliberalen, als auch im konservativen Spektrum stattgefunden. Das Bündnis hat sich als belastbar erwiesen. Distanzierungsarien lassen sich – trotz Medienhetze – nicht finden. Durch die Aktion konnte so eine gesellschaftliche Intervention stattfinden, die bei anderen von linksradikaler Seite angestoßenen Kampagnen oft fehlt.
Nicht vergessen werden darf auch die Erfahrung, die die AktivistInnen von vor Ort mitnehmen. Die Erfahrung, dass eine organisierte Aktion funktioniert und man nicht wie so oft ohnmächtig und planlos neben den Nazis herrennt. Die Erfahrung, dass wenn nur genug Menschen entschlossen ein gemeinsames Ziel verfolgen, dies auch möglich ist. Die Erfahrung, dass auch Polizeiketten oder Verbote kein unüberwindliches Hindernis darstellen. Die Erfahrung, dass alle Beteiligten die Aktionsform praktizieren können, die für sie passt.
Die antifaschistische Bewegung hat in Dresden ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt: Mobilisierungs- und Bündnisfähigkeit, die Bereitschaft und Entschlossenheit zu effektivem organisiertem Handeln und nicht zuletzt Solidarität untereinander. Das ist es, was die (radikale) Linke an sich drauf hat und nun auch bitte lokal und in anderen Kämpfen zeigen sollte.
An dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an alle BlockiererInnen, an die Scouts und die Orga. Ihr wart super! Gute Besserung allen Verletzten, die es leider durch den doch recht heftigen Bulleneinsatz gab. Ein fettes ACAB! an die Staatsmacht, die mit Gerichtsurteil, Knüppel und Pfefferspray versucht, FaschistInnenaufmärsche zu ermöglichen…und dann, wenn sie einfach nur noch die Verlierer des Tages sind, noch nachtreten und mit LKA-gesteuerten Sondereinsatzkräften linke Räumlichkeiten stürmen, in denen sie Strukturen des Blockadebündnisses vermuten. Fuck you! Venceremos!

19. Februar 2011 – Nazis in Dresden blockieren!

Nachdem am Jahrestag der Bombardierung Dresdens Anhänger der JLO, der NPD und freien Kameradschaften vor allem aus dem sächsischem Raum erwartet werden, wollen am darauf folgenden Sonnabend wieder etliche tausend Nazis durch Dresden marschieren. Neben der Zurschaustellung ihrer üblichen Parolen, werden sie versuchen ihre Schmach vom letzten Februar vergessen zu machen. Für uns gilt deshalb weiterhin: Wir werden die Nazis dort blockieren, wo sie marschieren!

Wir haben uns auf verschiedene Situationen lange und intensiv vorbereitet, um den Erfolg des letzten Jahres zu wiederholen. Um das Konzept für alle transparent zu machen, haben wir mögliche Szenarien erarbeitet, die ihr auf den angefügten Karten ansehen könnt. Informiert euch regelmäßig auf unserer Homepage über Aktualisierungen.

Ob Altstadt, ob Neustadt: Dresden bleibt auch am 19.02.2011 nazifrei!
Wir blockieren, bis der Naziaufmarsch Geschichte ist! No Pasaran!

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